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Vertrauen und dranbleiben

Dranbleiben ist einfach, wenn es gut läuft. Im Flow ist alles leicht. Da geht was weiter, da entstehen aus einer Idee gleich fünf weitere. Alles fühlt sich supereinfach an und jeder Moment ist ein Geschenk. Wir fühlen uns stark und beschützt. Wir spüren dieses innere Leuchten, ohne uns darauf zu konzentrieren. Wundervoll! Ja, gerade zu voller Wunder!

Aber wie ist das mit dem Dranbleiben, wenn aus der Tiefe plötzlich Altes hochsteigt? Wenn etwas Trauriges passiert? Wenn wir mit Herausforderungen konfrontiert sind oder Menschen in unserer Umgebung anders reagieren, als wir es uns wünschen würden? Was dann? Dann sind Zweifel definitiv näher als Vertrauen. Dann klingt Flow wie ein kitschiger Zuckerguss für einen Kuchen, den wir nicht essen dürfen. 

Es geht so schnell, dass wir in diesen Momenten alles hinterfragen. Unsere Vorhaben, unsere Träume, unsere Wünsche, ja oft sogar uns selbst. Spannend ist auch, dass wir genau in diesen Phasen vom Leben oft sehr geprüft werden. Eine Diskussion oder ein schiefer Blick da, ein unangenehmes Treffen und unerfüllte Erwartungen dort. Geht also ganz einfach, dass wir aus dem Flow geschubst werden. Oder uns schubsen lassen. Ehe wir uns versehen, ist die Energie eine andere. Schwerer, dichter, weniger flexibel und gespickt mit alten Gedanken. Nicht gerade die Zutaten, die einen Kuchen flaumig machen.

Was also tun mit diesem abrupten Wandel?

Es fühlt sich manchmal nicht so an, aber wir haben immer mehrere Möglichkeiten, damit umzugehen. Eine pauschale Lösung gibt es allerdings nicht. Was für dich richtig ist, hängt ein bisschen davon ab, wo du selbst gerade stehst. Wenn es ums Dranbleiben geht, kann es aber sehr hilfreich sein, dir ein paar Fragen zurechtzulegen, die du dir in solchen Momenten stellen kannst. Damit gibst du deinem Geist die Chance sich zu erinnern, warum du ursprünglich dranbleiben wolltest. Welche Fragen könnten das für dich sein? 

Vielleicht ist es für dich aber auch einfach nur hilfreich, dir einzugestehen, dass du nicht ständig im Flow sein musst. Dass es völlig in Ordnung ist, manchmal weniger aktiv, sondern eher durchlässig zu sein. Du kannst dann wahrnehmen, was ist, Emotionen durch den Körper fließen lassen, alte Schichten ablegen, Gedanken beobachten, den heilsamen Aspekt dahinter erkennen, dankbar annehmen. Dem Leben so zu begegnen, bedeutet nämlich auch im Fluss zu sein und dranzubleiben. Aus dieser Haltung heraus, wandelt sich deine Energie. Die Verbissenheit wird plötzlich zur Entspannung, was vorher starr war, darf nun weich werden. Der Teig wird wieder formbar und bevor du es tatsächlich realisierst, kreierst du schon neue Rezepte.

Von Wellen und Schichten

Wenn das, woran du gerade dran bist, etwas ist, was dich wirklich, und zwar wirklich wirklich, im Herzen berührt, kann es gut sein, dass die Zwischenstopps zur Entwicklung dazugehören. Da, wo wir innen drin spüren, dass wir richtig sind, haben wir nämlich oft viel Altes aufzuarbeiten. Das passiert in Wellen und Schichten. Es kommt nicht alles auf einmal, das wäre zu viel. Zwischendurch dürfen wir uns immer wieder stärken. Mit Kuchen & Co. und richtigem Zuckergussflow. Aus dieser gestärkten Haltung heraus, sind wir dann bereit für die nächste Schicht.

Das mag jetzt wie Sisyphos in Höchstform klingen und fast ein bisschen frustrierend. Ist es aber nicht, denn die Phasen der Aufarbeitung werden nach und nach kürzer und wir kommen jedes Mal schneller wieder in eine feine Energie. Es ist Übungssache. Vielleicht kannst du diese Tendenz bei dir selbst sogar schon beobachten, wenn du ein paar Wochen, Monate oder Jahre zurückschaust. Was hast du schon alles geschafft? Wo bist du drangeblieben und konntest du dadurch bereits etwas zum Positiven verändern? Mit dieser Info im Gepäck ist dranbleiben mehr als nur durchhalten. Es ist ein präsent sein mit dem Blick auf etwas Größeres, auf den größeren Zusammenhang.

Einladung zum Mitgestalten

Im April beschäftigen wir uns mit diesem Thema in der Xing-Gruppe Mensch im Wandel. Es ist eine geschlossene Gruppe. Wenn du gerne Teil davon sein möchtest, melde dich an. Erzähl uns, was dich dazu bewegt, an etwas dranzubleiben, wie du das machst und was dir bisher am meisten geholfen hat. 

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