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Wieviel Gutes kannst du nehmen?

Vielleicht denkst du dir jetzt, was für eine komische Frage. Gutes geht doch immer. So viel davon wie möglich. Ist das wirklich so? 

Dreiecke und Formen

Wir sehnen uns nach dem Guten, so viel ist klar. Wir wünschen uns ein gutes Leben, ein gutes neues Jahr, eine gute Zeit. Gut ist gut. Gleichzeitig haben wir jede Menge Sprüche auf Lager, damit wir das Gute sofort relativieren können. Sicher ist sicher. Freuen wir uns mal nicht zu früh. 

Warum sagen wir so etwas?

Warum gehen wir davon aus, dass es nicht gut bleiben wird? Vermutlich eine Art Selbstschutz. Wahrscheinlich pure Erfahrung. Innerlich vorbereitet, lebt es sich auch leichter mit Enttäuschung. Aber wie verstreut sind da eigentlich unsere Gedanken. Mit unseren positiven Affirmationen laden wir einerseits das Gute ein, gleichzeitig haben wir Angst, dass es sich nicht erfüllt oder nicht bleibt. Realistisch gesehen, ist das eine Rechnung, die sich selbst neutralisiert. Dasselbe machen wir mit Liebe. Wir wünschen uns Liebe, wir wollen eine liebevolle Welt, aber wenn jemand nicht liebevoll ist, sagen wir, dieser Mensch hat keine Liebe verdient. Ob er sie brauchen würde, fragen wir gar nicht erst. Was hält uns davon ab?

Warum sind wir nicht mehr wie Pippi Langstrumpf?

Wenn wir etwas geben, wollen wir etwas bekommen. Oder umgekehrt, wir wollen vermutlich sogar zuerst etwas bekommen und dann erst geben. Eher selten machen wir es wie Pippi Langstrumpf und warten nicht erst darauf, dass die Menschen uns anlächeln, sondern zeigen ihnen einfach, wie es geht. Das erfordert Mut und Selbstliebe. Es kann nämlich sein, dass die andere Person im ersten Moment so überrascht ist, dass sie nicht zurücklächeln kann. In diesem Augenblick haben wir die Möglichkeit zu denken, okay, ich habe ein Lächeln in die Welt geschickt und wer weiß, vielleicht hat es dieses Herz erreicht, auch wenn es sich noch nicht sichtbar zeigt. Stattdessen denken wir viel öfter, oh Mann, die Menschen sind echt so verpeilt, es bringt doch wirklich gar nichts, einmal nett zu sein.

Was hat das mit dir zu tun?

Was jetzt etwas überzeichnet klingt, ist eine Einladung, einfach mal ganz ehrlich und offen mit den eigenen Gedanken umzugehen. Wieviel Gutes darf zu dir fließen? Wie bereit bist du wirklich dafür, dass sich das Gute in allen Facetten deines Lebens ausbreiten darf? Gibst du dir die Gelegenheit, hinzuhorchen, was dich davon abschneidet? Ganz oft sind es diese Gedanken, die ganz automatisch kommen. Die wir ja eigentlich so gar nicht haben möchten, die aber trotzdem da sind. Sie sind Hinweise. Sie helfen uns, zu erkennen, wo unsere Ängste sitzen, wo unsere Unsicherheiten sind, wo wir schmerzhafte Erfahrungen gemacht haben. 

Regelmäßiger Hausputz macht Platz für Gutes

Bevor wir also richtig viel Gutes aufnehmen können, ist es manchmal wichtig, Altes und Verbrauchtes rauszulassen und einen inneren Reinigungsputz zu machen. Manchmal ist das eine intensive Angelegenheit mit vielen Tränen. Vor allem, wenn man vorher noch nie genau zugehorcht hat. Später wird es eher so wie der regelmäßige Hausputz. Zwar nicht immer lustig, aber danach fühlt es sich freier und besser an. Zwiebelschicht für Zwiebelschicht haben wir so die Möglichkeit, den freigewordenen Platz neu zu füllen. Mit Neuem. Mit Gutem. Das ist ein Prozess, bei dem wir ehrlich, aber gleichzeitig auch sehr sanft mit uns selbst sein dürfen. Ein Prozess, der eine gewisse Regelmäßigkeit verlangt und eine bewusste Entscheidung braucht. Die eigene Entscheidung geht dabei allem voran. In jedem Fall können wir uns dabei aber Unterstützung holen. Es gibt so viele Menschen, die diesen Weg bereits gegangen sind und immer noch gehen. So viele wunderbare Angebote. Du wirst intuitiv sofort spüren, wer dir im Moment am besten dabei helfen kann. 

Wo sich alles wandelt

Sich mit der eigenen Kapazität für das Gute zu beschäftigen, ist auch eine Einladung, den eigenen Fokus immer und immer wieder zu überprüfen. Was siehst du? Kannst du sehen, was im Moment (noch) nicht passt und trotzdem dem Guten auch Raum geben? Was beschäftigt dich mehr und was bekommt mehr Stellenwert? Bist du dir dessen bewusst, dass du wahrnehmen kannst, was ist, und dennoch eine innere, liebevolle Haltung haben kannst, die den Weg für Neues bereitet?

Dieses Bewusstsein entsteht, indem du zuerst in dich hineinhorchst. Es ist der Ort, wo wir als letztes hinschauen. Doch hier wandeln wir uns, hier beginnt sich die Welt neu zu entfalten. Zuerst innen, dann außen. 

Ich wünsche dir ein wundervolles neues Jahr! Im wahrsten Sinne eines, das voller Wunder ist! 

Alles Liebe
Johanna