Mundart Dialekt Kooperation

Gelebte Mundart

Vor ein paar Wochen hat mich die liebe Lisa Krammer von MundART angeschrieben und mich gefragt, ob ich eine Kooperation mit ihr starten möchte. Sie beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Facetten der deutschen Sprache aus sprachwissenschaftlicher Sicht und schreibt gerade ihre Dissertation. Ich selbst befasse mich ja auch bereits seit einiger Zeit mit den Eigenheiten unserer Sprache und ich bin immer wieder fasziniert von den verschiedenen Dialekten und sprachlichen Unterschieden, die uns täglich begegnen. Eine meiner wertvollsten Quellen diesbezüglich sind meine Großeltern, mit denen ich mich so oft es geht über die Besonderheiten des Innviertler* Dialekts unterhalte. In ihrem Sprachgebrauch sind viele Wörter und Redewendungen noch aktiv vorhanden, die ich zwar verstehe, aber nicht mehr verwende und gleichzeitig gibt es auch bereits viele Wörter, bei denen ich nachfragen muss, als wäre es eine Fremdsprache. Weil mich diese Veränderung in der Sprache sehr interessiert und ich diese alten Wörter nicht vergessen möchte, bin ich sehr dankbar, diese Möglichkeit des Austausches zu haben!

Aktuell beschäftige ich mich gerade mit der Herkunft des Wortes “Schneefeia” für Zündhölzer. Mein Opa meinte ja, es könnte von “Schnellfeuer” kommen, wobei ich davon ausgehen würde, dass dann die Aussprache nicht “Schnee”, sondern “Schnö” wäre. Noch bin ich nicht auf einen grünen Zweig gekommen, aber auch das wird sich bestimmt noch klären lassen (spätestens im Frühling dann). Jedenfalls sage ich selbst zu Zündhölzer “Zinhoizl”, verstehe aber sofort was die Oma meint, wenn sie zum Opa sagt, “Geh, dua ma de Schneefeia a weng her fian Adventkranz”.

Und nicht nur einzelne Wörter sind faszinierend, sondern auch Besonderheiten der Grammatik, die sich mir immer wieder eröffnen. Im Deutschen stimmen wir Zahlen ja eigentlich nicht mit dem Geschlecht ab, aber bei der Zahl zwei haben sich in einigen deutschsprachigen Regionen drei grammatische Geschlechter aus dem Althochdeutschen gehalten, was – wie ich finde – durchaus sehr praktisch im Gebrauch ist. Zumindest bedarf es keiner weiteren Klärung, wenn die Oma sagt, “De zwe do ent ratschn oba scho lang”. Das “zwe” impliziert, dass es sich um zwei Männer da drüben handelt, die schon lange miteinander reden.

Jedenfalls alleine schon deswegen habe ich mich sehr über die Kooperationsanfrage von Lisa gefreut! Wir starten mit einem kleinen Weihnachtsschmankerl und wir dürfen gespannt sein, was da noch alles kommt! In dem Sinne, ganz unabhängig davon wie ihr Weihnachten feiert, ob alleine, zu zweit, in der Familie, mit Freunden oder in der Arbeit, habt ein offenes Herz für die Menschen rundherum und vor allem für euch selbst. Lasst dieses Jahr gut ausklingen und habt einen feinen Übergang in ein ganz besonderes neues Jahr, von dem ihr das Allerbeste erwarten dürft!

Alles Liebe!Weihnachten daheim

 

 

*Das Innviertel ist eine Region in Oberösterreich. Ich bin dort aufgewachsen.

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