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Zwischen Tür und Angel

Wie fühlt es sich an, wenn das Neue schon spürbar, aber noch nicht greifbar ist? Wenn wir es schon erahnen, aber noch nicht fassen können? Halten wir es aus, in diesem undefinierten Raum zu stehen? Vertrauen wir darauf, dass der Raum bald gefüllt wird? Oder lassen wir uns von alten Grenzen einschüchtern?

Wir bewegen uns in diesen Zeiten ein wenig wie zwischen Tür und Angel. Mal mit einem Fuß drinnen, mal mit einem Fuß draußen. Die Tür fest im Griff, ohne sie bereits loslassen zu können. Als ob uns noch irgendetwas daran hindert, ins Neue zu gehen. Es ist ok. Schicht für Schicht arbeiten wir uns durch, arbeitet sich das Alte nochmals durch. Und der Schmerz ist laut. Man möchte fast meinen, er ist es, um den es geht. Doch eigentlich zeigt er uns nur, wo wir hinschauen dürfen. Wir haben so viele Teile von uns am Weg liegen gelassen. Jedes Mal, wenn wir nicht ganz bei uns selbst waren, jedes Mal, wenn wir uns verstellt und verkleidet haben, wenn wir alles andere wichtiger genommen haben, als uns selbst, ist ein kleiner Teil von uns irgendwo hängengeblieben. Das Neue fordert uns auf, ganz zu sein. Alle Teile zurückzuholen. Nach und nach, Schicht für Schicht, Umdrehung für Umdrehung.

Wenn wir gerade sehr kämpfen, glauben wir manchmal, nie wieder aus dem tiefsten Loch rauszukommen. Aber wenn wir uns zurückerinnern, haben wir schon viele solcher Kämpfe überwunden. Und überleg’ mal kurz, hat sich nicht jedes Mal danach etwas verändert? Ist ein kleiner Aspekt anders geworden? Hat sich etwas zum Besseren gewendet oder dich eine neue Erkenntnis bereichert? Es wird auch dieses Mal so sein. Lass’ die alten Sorgen nicht größer sein, als die Träume deiner Zukunft.

Solange das Neue noch nicht sichtbar ist, greifen wir ganz automatisch nach dem Alten. Auch das ist ok. Im Vakuum suchen wir einfach nach den bekannten Strukturen. Und sie docken sich an, ganz leicht, weil sie das immer so gemacht haben. Weil wir sie immer gelassen haben. Aber mit jedem Teil, den wir zu uns zurückholen, bleibt weniger Platz für das Alte. Das Spannende ist, in deinem Umfeld gibt es immer Menschen, die erkennen können, was da gerade vor sicht geht. Meistens, weil sie selbst auch immer wieder durch so einen Prozess gehen. Sie werden dir Verständnis entgegenbringen und wenn sie können, werden sie dir auch eine Stütze sein, so wie du für sie, wenn du dich stark fühlst.

Wir helfen uns da durch. Du schaffst das!

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